Verlorene Bitcoins erhalten KI-Hilfe – und ein neues Datenschutzproblem

Die Behauptung eines Bitcoin-Besitzers, mithilfe von Anthropics Claude etwa 5 BTC – aktuell im Wert von rund 395,000 US-Dollar – wiedergefunden zu haben, hat eine neue Debatte über die Rolle von KI-Tools bei der Aufklärung des millionenschweren Bitcoin-Bestands ausgelöst. Doch so real die Wiederfindung auch sein mag, sie ist nicht der kryptografische Durchbruch, der diese Woche auf X viral ging.
Der Nutzer @cprkrn berichtete am 13. Mai, dass Claude nach acht Wochen erfolgloser Brute-Force-Angriffe mit dem btcrecover-Dienst auf einer gemieteten Vast.ai-GPU ein altes Wallet-Backup auf seinem Computer aus Studienzeiten gefunden hatte – laut seinen eigenen Angaben etwa 3.5 Billionen Passwortkombinationen und rund 15 US-Dollar Rechenkosten. Das Wallet war seit April 2015 ungenutzt.

„HEILIGE SCHEISSE, OMG, CLAUDE HAT DAS GERADE GEROCKT!“, postete cprkrn und schwor, sein nächstes Kind nach dem Anthropic-CEO Dario Amodei zu benennen. Quelle: X
Was Claude tatsächlich tat, war viel banaler – und wichtiger. Das Modell führte eine forensische Analyse Tausender unstrukturierter Dateien auf dem alten Rechner des Nutzers durch, fand ein wallet.dat-Backup vom Dezember 2019 und ordnete es einem Passwort zu, das der Nutzer in einem Uni-Notizbuch versteckt hatte. Da sich die privaten Bitcoin-Schlüssel nicht ändern, ermöglichte die Entschlüsselung des älteren Backups den Zugriff auf dieselben Coins, die von der gesperrten Blockchain.com-Wallet des Nutzers kontrolliert wurden. Die Kryptografie hielt. Die Metadaten waren entschlüsselt.
Diese Unterscheidung ist relevant für den größeren Pool verlorener Bitcoins, dessen Anzahl On-Chain-Analysten auf Millionen von Coins schätzen. Bei einem Bitcoin-Kurs von rund 80,000 US-Dollar würden selbst moderate Wiederherstellungsraten bedeuten, dass potenziell zig Milliarden Dollar wieder in Umlauf kämen. KI-gestützte Dateiforensik ist nun eine plausible Alternative zu traditionellen Diensten wie … Lionsgate-Netzwerk im Wiederherstellungstoolkit, allerdings funktioniert die Technik nur dort, wo noch irgendwo Backups und Passwortfragmente vorhanden sind – nutzlos für die James Howells Mülldeponie-Fall oder Stefan Thomas' verschlossener IronKey.
Der damit verbundene Datenschutzkonflikt wurde in den meisten viralen Berichten vernachlässigt. Um dies zu ermöglichen, lud cprkrn die Inhalte eines alten PCs – darunter verschlüsselte Wallet-Dateien – auf einen Cloud-KI-Dienst hoch, dessen Protokolle diese Daten möglicherweise speichern. Bei einer Auszahlung von 395,000 US-Dollar mag sich das rechnen, doch genau vor diesem Verhalten warnen Sicherheitsforscher, da KI-Systeme immer tiefer in die Krypto-Infrastruktur eindringen.
BNC hat bereits über Anthropics eigene Mythosforschung Dies zeigt, dass Spitzenmodelle Zero-Day-Schwachstellen in weit verbreiteten kryptografischen Bibliotheken autonom entdecken und ausnutzen können, und die Explosion von KI-Agentenaktivität auf Krypto-Wallets durch Tools wie Coinbase Payments MCP. Dieselbe Funktion, die cprkrn geholfen hat, fünf Bitcoin zurückzuerhalten, ist, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, genau das, was ein versierter Angreifer mit den Daten anderer Leute tun möchte.
Die Erkenntnis ist zwar vorerst begrenzt, aber dennoch zutreffend. Künstliche Intelligenz hat Bitcoin nicht zerstört. Sie hat lediglich den ungeliebten Bereich der Kryptowährungen – die Suche nach Wallets – deutlich zugänglicher gemacht, mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen.











